2. November 2017: Die Herbststürme sind vorüber und alle Kräne stehen noch. Auch ist die Tacheles-Baugrube trotz des vielen Regens nicht abgesoffen. So startet pünktlich um sieben Uhr der Baulärm: ein Greifer zerkleinert mit großem Getöse riesige Betonstücke. Das sind Teile von Fundamenten, die bei Schachtarbeiten in der Grubenmitte zum Vorschein kommen.

6. November 2017: Hier im Zentrum der Baugrube stand bis vor Kurzem eine große Insel mit zehn Silos, festgefügt auf einem Betonfundament. Jetzt ist alles schon wieder Geschichte – und an jenem Platz ist nur noch Sand zu sehen.

11. November 2017: Arbeiten bis spät abends. Denn noch herrscht kein Frost und der Baufortschritt muss zunächst unterirdisch geschehen, bevor die nächsten Meter Sand aus der Grube herausgeholt werden können. Dazu dienen diese bis 20 Meter hohen gelben Ungetüme.

15. November 2017: Und wieder haben wir einen Baggersee. Nur dass dieser See eher dazu dient, die flüssigen Überreste der Bauarbeiten in der Tetris-Grube aufzunehmen. Baden ist, nicht nur wegen der Temperaturen, nicht zu empfehlen.

20. November 2017: Es wird wieder mehr Beton in der Grube benötigt. Immer wieder kommen Zementlaster, um die neuen Silos aufzufüllen. Denn die gelben Erdbohrer scheinen gut zu schlucken.

23. November 2017: Der West-Teil der Baugrube ist fürs erste geschafft. Alles Arbeitsgerät konnte abgezogen werden, der Aushub wurde auf durchschnittlich knapp drei Meter gebracht.

29. November 2017: Irgendetwas hat sich in der Skyline des Tacheles verändert! Ja, der große rote Kran am Gebäude zur Friedrichstraße steht nicht mehr. Am Morgen liegt er quer an der Häuserfront. Aber noch heute wird er abgeholt.

1. Dezember 2017: Noch vor dem Morgengrauen starten zu Beginn des Weihnachtsmonats die Bauarbeiten. Um genau 06.52 Uhr sind die ersten Erschütterungen in den umliegenden Häusern zu spüren – und lassen manches Türchen aufspringen.

6. Dezember 2017: Schau nur, was uns der Nikolaus gebracht hat. Der einstige Baggersee ist verschwunden. Nur noch ein Schatten seiner selbst kann in der Baugrube bestaunt werden. Mal sehen, wie lange noch.

9. Dezember 2017: Der erste Schnee kommt und es ist kalt geworden. Doch am Tacheles gehen die Arbeiten unvermindert weiter. Jeden Morgen ist das Knirschen von zerbrechendem Beton zu hören, die Bagger ruhen nicht beim Aufhäufen immer neuer Sandberge.

14. Dezember 2017: Das Jahr nähert sich dem Ende – und es wird aufgeräumt. Große Kräne sind verschwunden. Silos sind abgeholt. Und das Zentrum der Baugrube sieht wie geleckt aus.

19. Dezember 2017: Zum Jahresabschluss wird noch einmal etwas Besonderes geboten: Ein paar Gräben durchziehen die Baugrube, ein tieferer Sinn ist in den relativ flachen Gräben zunächst nicht zu erkennen. Eine Drainage ist es jedenfalls nicht. Wir sind neugierig, was folgt.

23. Dezember 2017: Es gibt doch noch Wunder – nach mehrmonatigen Arbeiten ist der Bauwagen vor dem Wohnhaus Johannisstrasse 12 verschwunden. Inklusive des Lager-Containers. Nur das Dixi-Klo wurde offenbar vergessen.

29. Dezember 2017: Das Jahr ist vorbei, der Baulärm verebbt. Ein paar Tage wird nun Ruhe einkehren. Selbst die kleinen, erst vor ein paar Tagen angelegten Kanäle in der Baugrube sind wie von Geisterhand verschwunden.

Ohne Hintergedanken: Guten Rutsch!