1. Januar 2021: Neujahr in Berlin – eine Stadt, die ungewöhnlich ruhig ist. Keine Nachböllerei wie sonst üblich. Es herrscht erfrischende Stille, bevor es in ein paar Tagen auf der Baustelle wieder losgeht.

5. Januar 2021: Es ist der Tag des verlängerten Lockdowns in Deutschland. Ein guter Zeitpunkt, auch mal die Webcams der Tacheles-Baustelle vorzustellen, die rund um die Uhr einen Einblick in die Arbeiten ermöglichen. Davon gibt es insgesamt vier Stück. Sie sind erreichbar unter https://amtacheles.de/en/more-live/

8. Januar 2021: Da die neue Friedrichstraßenpassage mittlerweile als Rohbau steht, können wir ja mal einen Blick zurück werfen. Anfang 1908 wurde das Original eingeweiht. Diese überdachte Einkaufs-Passage verband die Friedrichstraße mit der Oranienburger Straße.

11. Januar 2021: Jetzt hat auch der Hochbau an der Johannisstraße vollständig begonnen. Die letzte Lücke wird gerade geschlossen. Im Hintergrund wachsen die Mikroappartements in den Himmel, die vorletzte Etage steht bereits.

13. Januar 2021: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Das scheint auch das Motto auf der Baustelle zu sein, wo ja aktuell noch bei Temperaturen kurz über den Gefrierpunkt Beton gegossen wird. Und so ist wieder eine Halbetage fertig.

15. Januar 2021: Ein paar Schneeflocken am Vormittag können die Arbeiten nicht aufhalten. Nach wie vor rollen die Betonlaster an und werden immer neue Wände hochgezogen.

16. Januar 2021: Heute geht es auf dem Tacheles-Areal etwas ruhiger zu. Ob es daran liegt, dass es Samstag ist oder dass die Temperaturen jetzt auch tagsüber unter Null Grad liegen, ist nicht ganz klar. Aber wie dem auch sei, pünktlich ab 7 Uhr wurde zumindest gehämmert.

18. Januar 2021: Es schneit. Berlin erlebt den ersten richtigen Wintertag in diesem Jahr. Und dennoch gehen die Arbeiten auf dem Tacheles-Gelände weiter. Es wird gehämmert und die nächsten Verschalungen aufgestellt.

20. Januar 2021: Oh, was ist denn hier passiert? Jetzt drehen sich aktuell elf Kräne auf der Baustelle. Zwei kleinere sind in den vergangenen Tagen hinzugekommen. Es wird offensichtlich Druck gemacht.

25. Januar 2021: Ein weiteres Gebäude im Tacheles-Areal geht seiner Vollendung entgegen – das Haus mit den Mikroappartments. Bereits sechs Etagen sind geschafft, nun geht es an die siebente.

27. Januar 2021: Die Temperaturen sind wieder stabil über Null grad. Und schon wird wieder Beton gegossen, wie an dem Ausleger deutlich zu sehen ist. Da pass auch mehr durch als mit den kleinen Betonsilos per Kran transportiert werden könnte.

29. Januar 2021: Da ist offensichtlich etwas schiefgegangen. Auf Kran Nummer 8 laufen am Morgen Leute rum – und zwar auch auf dem Ausleger in gefühlt mehr als 30 Metern Höhe. Andere turnen auf dem Kranführerhaus herum. Und ein Seil hängt ziemlich durch.

30. Januar 2021: Es hat geschneit. Zehn Zentimeter Neuschnee bedecken die Baustelle, die auch am Samstag wie immer um sieben Uhr zum Leben erwacht. Nur, dass heute nicht weitergebaut wird, sondern dass das vor kurzem gelegte Stahlgitter vor übermäßiger Feuchtigkeit geschützt werden muss.

1. Februar 2021: Langsam kehrt die Sonne zurück. Und da wird deutlich, dass sich das Containerdorf noch einmal vergrößert hat. Um 18 Container, um genau zu sein. Sie werden jetzt verkabelt.

4. Februar 2021: Die Arbeiten laufen trotz des teils frostigen Wetters auf Hochtouren. Tagsüber herrschen noch Plus-Grade, und da wird schnell so viel Beton wie möglich gegossen. Denn am Wochenende soll der Winter mit Macht Einzug halten.

8. Februar 2021: Was für eine Ruhe an einem Montag. Kein Gehämmere ist zu hören, kein Kompressor läuft. Und nur ein einsamer Kran dreht sich ein paar Mal. Der Winter ist gekommen.

12. Februar 2021: Immer noch liegt das ganze Tacheles-Areal im Winterschlaf. Immer noch sinken die Temperaturen weit unter den Gefrierpunkt. Und immer noch liegt eine kleine Schneedecke, die zu Wochenbeginn gefallen ist.

15. Februar 2021: Zum ersten Mal seit Tagen sind wieder Stimmen auf der Baustelle zu hören. Zwei Arbeiter kontrollieren, was der kleine Wintereinbruch angerichtet hat. Denn in dieser Woche könnten die Arbeiten weitergehen. Zumindest soll das Wetter mit deutlichen Plusgraden mitspielen.

17. Februar 2021: Am Aschermittwoch ist alles vorbei. So lautet ein altes Sprichwort. Und auch auf dem Tacheles-Gelände ist die winterliche Ruhe nach zehn Tagen beendet. Pünktlich um sieben beginnen die Arbeiten. Ist ja auch schönes Wetter angesagt: Bis zum Wochenende sollen es wieder zweistellige Plusgrade werden.

19. Februar 2021: Das Wetter ist umgeschlagen. Mittlerweile herrschen sogar zweistellige Plusgrade. Innerhalb einer Woche ist das Thermometer um fast 30 Grad geklettert. Und so ist nicht nur der letzte Schnee geschmolzen, auch alle Bauarbeiter sind offenbar zurück.

22. Februar 2021: Langsam kann die Winterstarre aufgehoben werden. Und so ist auf der aktuell obersten Etage nur noch kurze Zeit das große Gebläse zu sehen, das dem Materiallager eine Etage tiefer mit Warmluft versorgt hat.

23. Februar 2021: Was nicht passt, wird passend gemacht. Dies gilt auch für die Tacheles-Baustelle. Vor Ort hilft entweder ein Vorschlaghammer oder eben eine Betonsäge. Die Staubfahne reicht weit in das Areal hinein.

25. Februar 2021: Es fühlt sich an wie Sommer. Mittlerweile erreicht das Thermometer 19 Grad – im Plusbereich. Und so wird auf dem Tacheles-Areal gearbeitet, was das Zeug hält. Alle Kräne drehen sich wieder.
